Was es mit den angeblichen Visa-Erhöhungen in Ägypten wirklich auf sich hat

In den vergangenen Tagen tauchten in sozialen Netzwerken und einigen Medien Berichte auf, wonach Ägypten die Kosten für das Touristenvisum deutlich angehoben habe. In mehreren Beiträgen war von einer Erhöhung auf bis zu 45 US-Dollar die Rede. Diese Meldungen haben viele Reisende verunsichert, die in den kommenden Monaten einen Urlaub am Roten Meer planen.

Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass die Situation weniger dramatisch ist, als einige Schlagzeilen vermuten lassen.

Auslöser der Debatte ist ein Gesetzestext, der Ende November 2025 im Amtsblatt Ägyptens veröffentlicht wurde. Darin ist die Möglichkeit beschrieben, für bestimmte konsularische Dienstleistungen eine Gebühr von bis zu 20 US-Dollar zu erheben. Dieser Rahmen ist rechtlich zulässig und könnte theoretisch ab Dezember 2025 Anwendung finden.

Was der Text nicht tut
Er bestätigt keine konkrete Erhöhung der bestehenden Visa-Gebühren. Und genau hier liegt der Kern des Missverständnisses.

Reisende, die in den vergangenen Tagen und Wochen nach Ägypten eingereist sind, berichten übereinstimmend, dass das Visa-on-Arrival weiterhin 25 US-Dollar kostet. Gleiches gilt für Visa, die über Botschaften beantragt oder online als e-Visa erworben werden. Auch das Mehrfacheinreisevisum bleibt bei 60 US-Dollar. Vor Ort sind keinerlei Änderungen erkennbar, weder an den Flughäfen noch im digitalen Visa-System.

Warum entstehen dann widersprüchliche Meldungen
Zum einen ist die Formulierung des Gesetzes offen genug, um unterschiedliche Interpretationen zuzulassen. Sie beschreibt lediglich einen möglichen Gebührenrahmen, ohne festzulegen, ob dieser zusätzlich zum bestehenden Visa-Preis gelten würde oder ob er ausschließlich andere konsularische Leistungen betrifft. Zum anderen haben einige internationale Medien die Nachricht aufgegriffen, bevor klare Informationen vorlagen.

Bemerkenswert ist, dass die Diskussion bereits vor Veröffentlichung des Gesetzestextes lief. Die ägyptische Tourismusbranche äußerte frühzeitig Bedenken, dass höhere Visa-Kosten die Attraktivität des Landes schwächen könnten. Nach mehreren schwierigen Jahren wäre eine vorschnelle Erhöhung aus Sicht der Branche ein riskiges Signal, weshalb die Forderung nach Zurückhaltung laut wurde.

Aus heutiger Sicht lässt sich festhalten
Trotz gesetzlicher Möglichkeiten gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Regierung die Visa-Kosten bereits angepasst hat oder dies kurzfristig tun wird. In der Praxis gilt weiterhin der bekannte Preis von 25 US-Dollar für das normale Touristenvisum.

Für Reisende ist die Lage damit klarer, als manche Meldung vermuten lässt. Wer einreist, bezahlt nach wie vor den üblichen Betrag. Wer ein e-Visa beantragt, findet ebenfalls die bekannten Preise vor.

Dennoch bleibt es sinnvoll, offizielle Informationen im Blick zu behalten. Änderungen werden üblicherweise frühzeitig kommuniziert, sei es über Ministerien, Botschaften oder renommierte Visa-Portale.

Bis dahin gilt
Keine Panik, keine versteckten Gebühren und keine plötzlichen Mehrkosten. Die Visa-Situation ist stabil und unverändert – und Ägypten bleibt eines der zugänglichsten Reiseziele am Roten Meer.